24. 02. 2022

Trends und Entwicklungen zur Trinkwasserbereitung und im Sanitär

Das Thema Hygiene hat in Zeiten von Corona noch einmal an Bedeutung gewonnen. Neben Lüftungsanlagen spielt Hygiene auch im Bereich Sanitär eine entscheidende Rolle – sowohl bei der Wasseraufbereitung als auch im Generationenbad. Die IFH/Intherm setzt bei diesem entscheidenden Thema einen Schwerpunkt im Rahmenprogramm. Vom 26. – 29. April 2022 bietet die Fachmesse für Sanitär, Haus- und Gebäudetechnik einen umfassenden Überblick über die Produkte und Neuheiten der SHK Branche und die Möglichkeit, sich wieder persönlich mit Geschäftspartnern und Kollegen zu treffen und auszutauschen.


Im IFH/Intherm FORUM gibt es täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr geballtes Wissen von Experten und die Gelegenheit, die neuesten Branchentrends und Erkenntnisse gemeinsam zu diskutieren. Im Zentrum stehen dabei die drei Fokusthemen der Messe: Heiztechniken der Zukunft, smarte Gebäudeautomation und Hygiene.

Im Bereich Sanitär steht hier zum Beispiel die Gefährdungsanalyse in der Trinkwasserinstallation auf dem Programm. Antworten und die neuesten Produkte gibt es auch bei den Ausstellern in den Hallen 5, 7 und 7A, zum Beispiel bei Grünbeck, BWT, Georg Fischer und Watercryst.

Hygiene und Komfort sind zwei bestimmende Themen

Trinkwasser-Bereitstellungen in Gebäuden stehen heute ganz im Zeichen der Hygiene und des Komforts. In Trinkwasserleitungen von Wohngebäuden ist der Zirkulationsbetrieb heute der dominierende Betriebszustand bzw. der technische System-Standard. Er dient beispielsweise dazu, die vorgeschriebenen Hygieneanforderungen in Deutschland umzusetzen und zu erfüllen: Wenn zwischen der Erzeugung warmen Wassers und der Entnahmestelle mehr als 3 l Inhalt liegen und Trinkwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern mehr als 400 l warmes Wasser speichern, müssen die Systeme regelmäßig auf Legionellen beprobt werden (DVGW Arbeitsblatt W 551). Laut DIN 1988 sollten permanent hohe Temperaturen > 55 °C im System gehalten werden, um einer Legionellenbildung vorzubeugen. Andererseits dient der Zirkulationsbetrieb auch dazu, den Komfort an den Zapfstellen für den Verbraucher zu erhöhen, weil über die Zirkulation sehr schnell warmes Wasser zur Verfügung gestellt wird. Dann sind die Leitungen nicht mehr mit kaltem Wasser gefüllt, das sonst erst abfließen müsste.

Temperatur über Sollwert

Durch einen permanenten Zirkulationsbetrieb bei zugleich geringer Zapfentnahme können allerdings die Warmwassertemperaturen mitunter deutlich über den gewünschten Sollwert steigen, wenn sie mit zentralen Frischwassersystemen kombiniert werden, was mehr und mehr der Fall ist. Bisweilen sind Temperaturen >65 °C in solchen Systemen keine Seltenheit, wie Praxismessungen zeigen.

Leitungsverluste heute gering

Das Problem zu hoher Warmwasser-Temperaturen im Zirkulationsbetrieb ist ein inzwischen auch hausgemachtes. Die Primärtemperatur wird in Pufferspeichern u. a. zur Deckung des Spitzenbedarfs auf min. 70 °C gebracht. Die Wärmeverluste in den Leitungssystemen sind im Neubau heute aber längst nicht mehr so groß wie in alten Bestandsgebäuden – das ist zu begrüßen, schafft aber auch neue technische Herausforderungen, die auf der IFH/Intherm mit Experten beleuchtet, diskutiert und mit Lösungen versehen werden können.

Unerwünschte Effekte

Die Rücklauftemperatur ist in dem oben skizzierten Fall entsprechend hoch und sie stört nicht nur die Temperaturschichtung im Pufferspeicher empfindlich. In der Folge kann sie auch die Funktionalität des Wärmeerzeugers einschränken oder seine Effizienz mindern. Wärmepumpen bspw. schalten dann sogar oft auf Störung. Nebenbei steigt das Verkalkungsrisiko bei hohen Umlauftemperaturen deutlich an und der eigentlich gewünschte Warmwasserkomfort, den der Zirkulationsbetrieb bewirken soll, wird gleich wieder egalisiert, was konkret beim Duschen passiert: Der Nutzer muss zunächst während des Warmwasserbezugs wegen zu heißen Wassers kaltes Wasser zumischen, während das System parallel nachgeregelt, um den Sollwert zu erreichen, aber aufgrund der eingestellten Zumischung dann zu kalt ausfällt, so dass der Nutzer ein zweites Mal nachregeln muss, dieses Mal heiß.

Das eigentliche Problem in diesen zirkulationsbasierten Systemen in Verbindung mit zentralen Frischwasserstationen liegt in der trägen Regelung. Sie reagiert nur, statt vorausschauend zu agieren.

Schulungen für Monteure

Die aktuellen Herausforderungen und Veränderungen der Branche sind groß, sodass es Zeit ist, aufzutanken: Neben den Vorträgen im IFH/Intherm FORUM können Monteure ihr Wissen kompakt in kostenfreien Schulungen auf den neuen Stand bringen und vertiefen: Am Dienstag und Donnerstag von 10.50 bis 11.30 Uhr bekommen sie hier zum Beispiel praxisnahe Informationen zur Trinkwasserhygiene. Anmeldungen zu den Schulungen sind über die Messewebsite möglich.

Hygiene im Badezimmer

Das Thema Hygiene umfasst natürlich noch mehr. Am Messemittwoch rückt im IFH/Intherm FORUM das Generationenbad in den Fokus. Im Anschluss an den Fachvortrag gibt es von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr eine Expertenrunde mit Faktencheck und offener Diskussion. Auch hier präsentieren die Aussteller innovative Produkte und Lösungen. Die Messebesucher sollten sich unbedingt die Neuheiten in diesem Bereich zum Beispiel von Duravit, Kludi, Hansa, Villeroy & Boch, Burgbad und Schell ansehen.

Auch das Thema Hygiene am Waschtisch hat Corona einmal mehr aktuell gemacht. Berührungsfreie Armaturen sind seit vielen Jahren z.B. in Hotels, in der Gastronomie, in Einkaufshäusern und in Firmenzentralen zu finden. Sie versprechen an diesen stark frequentierten Orten mehr Sauberkeit und Hygiene, da Kontakte an den Armaturen entfallen. In Corona-Zeiten wachsen hierfür nochmal das Bewusstsein und die Wahrnehmung. Darüber hinaus bieten berührungsfreie Armaturen auch starke Design- und Ausdrucksmöglichkeiten in Richtung Wertschätzung von Kunden, Mitarbeitern und Gästen. Im privaten Bereich mit wenigen Kontakten an einer Zapfstelle werden sie vermutlich weiter die Ausnahme bleiben, doch möglicherweise wächst auch hier im Zuge der Pandemie das Interesse.

Hygiene zur IFH/Intherm

Hygiene ist nicht nur Teil des Rahmenprogramms der IFH/Intherm. Auf dem gesamten Gelände der NürnbergMesse werden umfassende Hygienevorkehrungen getroffen. Reinigungsmaßnahmen sind in allen Bereichen verstärkt, ausreichend Desinfektionsmittel steht zur Verfügung. Außerdem ist sichergestellt, dass in den Messehallen ein regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Damit sind bestmögliche Voraussetzungen für die Sicherheit aller Messeteilnehmer gegeben. Die kontaktlose Registrierung des Messepublikums erfolgt beim Online-Kauf des Messetickets. Diese sind über die Website erhältlich: https://www.ifh-intherm.de/tickets.   

Hygiene ist auch bei der Raumlüftung entscheidend

Die Luftqualität in Innenräumen und die damit verbundene Auswirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden wird kurzfristig sowie langfristig in der Gebäudeplanung immer wichtiger. Treiber sind die Pandemie, aber auch sich weiter verschärfende Effizienzanforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude. Die neuen Trends und Entwicklungen gibt es in der Presseinformation zum Fokusthema Hygiene – Raumlüftung.

Über die IFH/Intherm

Organisiert von der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, findet die IFH/Intherm als Fachmesse für Sanitär, Haus- und Gebäudetechnik im Messezentrum Nürnberg statt. Ideelle Träger der Messe sind die Fachverbände SHK Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen sowie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V. (BDH). Der Fachverband SHK Sachsen-Anhalt fungiert als Kooperationspartner. Die IFH/Intherm informiert umfassend über Badausstattung und Sanitärtechnik, Energieeffizienz und Ressourcenschonung in der Heiztechnik, Erneuerbare Energien, Trinkwasserbehandlung, Haus- und Gebäudeautomation, Klima- und Lüftungstechnik und Installationstechnik.


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