PRESSEMELDUNGEN

22.10.2019

IFH/Intherm 2020: Mitarbeiter gewinnen

Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu binden ist eines der drängendsten Themen im SHK Handwerk. Wie man neue Mitarbeiter im Internet anzieht und gleichzeitig sein Unternehmen zur Kundengewinnung positioniert, erfahren Besucher der IFH/Intherm, der Fachmesse für Sanitär, Haus- und Gebäudetechnik in Nürnberg.


Am Dienstag, 21. April 2020 inspiriert Jörg Mosler, Keynotespeaker, Handwerksmeister und Bestsellerautor die Besucher der IFH/Intherm von 13 bis 14 Uhr im Forum Handwerk in Halle 4. In seinem Vortrag „Mitarbeitergewinnung in Handwerk und Mittelstand“ informiert er, wie im Internet die Fachkräftesuche gelingt.

Sie halten das Internet für das beste Werkzeug, das dem Handwerk seit der Erfindung des Hammers geschenkt wurde. In welcher Hinsicht?
Jörg Mosler:
Das Internet ist demokratisch. Jeder hat die Möglichkeit, sich mit seinen Leistungen zu präsentieren. Die finanziellen Aufwendungen dafür sind relativ gering. Wenn ich früher etwas live senden wollte, habe ich ein Fernsehstudio gebraucht, heute genügt mir ein Gerät, das in meine Tasche passt. Ob mir jemand zuhört oder nicht, liegt dann an der Relevanz dessen, was ich nach draußen bringe. Gerade für das Handwerk, das stark darum kämpft, gesehen zu werden, Aufmerksamkeit zu bekommen und sein Image zu stärken, gibt es kein besseres Werkzeug als das Internet. Wir sollten es nur noch eingehender verwenden, so wie den Hammer.

Wie könnten Handwerksbetriebe das Internet für sich nutzen?
Jörg Mosler: Ich stelle mir das Internet immer vor wie eine Art Sonnensystem. Die Homepage mit der Karriereseite ist der Fixstern, also die Sonne, und alle Planeten, die außen herum kreisen sind Social Media Kanäle wie etwa Facebook, Instagram und Youtube. Wenn ich darauf achte, dass auf meinen Planeten ordentlich Party ist, dann kommen die Leute auch auf meinen Fixstern und sehen, ob die Party da noch ein wenig besser ist. Das ist das Prinzip, das ich empfehle und da haben wir – gemessen an den Möglichkeiten, die es gibt – noch nicht einmal an der Kante gekratzt.

Mit welchen kleinen Schritten sollten Unternehmen starten?
Jörg Mosler:
Die ersten zwei Schritte wären für mich, auf der Homepage eine ansprechende Karriereseite beziehungsweise eine Mitarbeiter-Infoseite einzurichten. Das ist nicht kompliziert. Ich mache ein nettes Video. Das muss kein Profibild sein, sondern kann mit dem Smartphone gedreht werden. Auf einen ordentlichen Ton achten und los geht die wilde Fahrt, um mich als guten Arbeitgeber zu präsentieren. Außerdem bin ich der Meinung, dass man 2019 in Social Media vertreten sein muss. Wenn man online nicht sichtbar ist, ist man irgendwann weg.

Manche Berufe werden im Internet durch die Bildmotive attraktiver als andere dargestellt. Was raten Sie den SHK-Handwerkern bei Ihrem Vortrag auf der IFH/Intherm?
Jörg Mosler:
Dieses Problem haben viele Handwerker, sie denken nur von ihrem Produkt aus. Wenn ein Konditor online Bilder von seinen Hochzeitstorten postet, hat das etwas mehr Sexappeal als ein Heizkessel. Aber in Social Media geht es nicht um eine Produktvorstellung, sondern es geht darum, das Unternehmen und seine Menschen und Geschichten greifbar zu machen. Auch zu einem Heizkessel kann ich eine Geschichte erzählen. Ich kann den Erfolg der Kunden mit dem Heizkessel beschreiben. Ich nenne es gerne die Heldengeschichte des Mitarbeiters. Wir sind alle kleine Alltagshelden und genau so sollten wir uns auch positionieren.

Geschichten zu finden kostet Zeit und die Auftragsbücher sind voll. Warum sollten sich Handwerksunternehmen dennoch die Zeit nehmen?
Jörg Mosler: Ja, das kostet Zeit und es ist auch nicht so, dass es ein Sprint wäre. Sich online sichtbar zu machen ist definitiv ein Marathon. Jetzt gehen wir auf die Kundenseite. Ja, wir haben einen Boom im Moment. Da würde ich mich als Handwerksunternehmer immer fragen, was habe ich selbst für diesen Boom getan. Ist er da, weil ich viele Dinge besser mache als vor dem Boom oder ist der Boom sehr stark von außen gesteuert? Außerdem: Wenn die Mitarbeitersuche mein größtes Problem ist, sollte ich hier nicht Zeit investieren?

Die Mitarbeitergewinnung ist das größere Problem als die Kundengewinnung?
Jörg Mosler: Im Moment definitiv. Die Strategien, die ich propagiere, um Mitarbeiter zu gewinnen, helfen am Ende auch in der Kundengewinnung. Und Kunden brauche ich immer. Selbst wenn die Nachfrage nachlässt und weniger Mitarbeiter gebraucht werden, ist eines klar: Ich werde die besten benötigen. Das heißt, egal was ich tue, es zahlt immer auf meine künftige Aufgabenstellung ein. Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit sind aus meiner Perspektive mit die wichtigsten Punkte für den künftigen Erfolg.

Wieviel Zeit muss man einplanen und wer macht das?
Jörg Mosler: Machen kann es jeder. Das wichtigste ist, dass ich als Führungskraft als Unternehmenslenker davon überzeugt bin. Man muss selbst dahinter stehen und bereit sein, zirka 10 bis 15 Minuten am Tag in Geschichten zu investieren. Dann kann das perfekt delegiert werden: Die Bürokraft und Mitarbeiter können unterstützen und in 15 Minuten kann jeden Tag ein Bild mit kurzem Text gemacht werden. Oder eine Instastory über den Tag im Unternehmen, über einen Erfolg meines Auszubildenden, die tolle Geburtstagssause für den Gesellen. Wir reden noch nicht darüber, dass es perfekt sein muss, sondern wir reden darüber, anzufangen.

Wie wichtig sehen sie den persönlichen Austausch wie zum Beispiel auf der IFH/Intherm?
Jörg Mosler:
Ich bin ein großer Fan von offline. Offline ist nicht tot, definitiv nicht. Ich halte diesen Austausch für wichtig. Kooperationen sind sehr wichtig, sowohl auf Kundenseite, als auch auf Mitarbeiterseite. Der persönliche Austausch ist komplett anders als sich eine Mail hin und herzuschreiben. Aus meiner Sicht sollte offline und online immer eine Kombination bilden. Was offline passiert, sollte online immer zweitverwertet werden.

Informationen zu Rahmenprogramm und Messebesuch
Die IFH/Intherm bietet von Dienstag bis Freitag, 21. bis 24. April 2020, tägliche Expertenvorträge und Diskussionsrunden im Forum Handwerk (Halle 4), dem Forum DIGITAL OPTIMIERT (Halle 3A) und dem Forum Energieeffizientes Bauen (Halle 5). Das Rahmenprogramm ist ab Januar auf der Website verfügbar. Die Messe hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und findet insgesamt in acht Hallen des Messezentrums Nürnberg statt. Neben den Eingängen Süd und Ost ist neu auch der Eingang Süd-Ost geöffnet. Tickets sind für 19 Euro im Internet erhältlich (Schüler / Studenten: 9 Euro), das Ticket für zwei Tage kostet 35 Euro. Weitere Informationen unter www.ifh-intherm.de.


Dateien zum Download

Bilder zum Download

© Abdruck der Fotos und Grafiken zu redaktionellen Zwecken kostenfrei unter Angabe der Quelle und des Bildnachweises.

  • Jörg Mosler informiert auf der IFH/Intherm wie im Internet die Fachkräftesuche gelingt ©Guido Rehme
Weitere Fotos »

Links

You Tube

  • Drucken
  • Nach oben